Reiserecht und Corona

Ebenfalls stark betroffen von der Corona–Krise ist der Reisesektor. Dies gilt sowohl für Veranstalter und Reisebüros als auch für Reisegäste. Die Ostersaison fällt komplett aus, der Sommer steht auf der Kippe.

Aus Sicht der Reisenden stellt sich vor allem die Frage, wie sie aus bereits abgeschlossenen Reiseverträge raus- und wieder an ihr Geld rankommen Bei einer Pauschalreise (mehrere Leistungen werden durch den Veranstalter erbracht, z. B. Zimmer und Verpflegung) ist eine kostenlose Stornierung immer dann möglich, wenn die Reise durch unvermeidbare Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Dies dürfte derzeit für alle Reisen der Fall sein, da eine weltweite Reisewarnung besteht. Momentan laufen allerdings politische Verhandlungen, die gesetzlichen Vorgaben dahingehend zu ändern, dass die Reiseunternehmen berechtigt sind, den Reisegästen Gutscheine zu erteilen und nicht mehr den Reisepreis zurückzahlen müssen. Kündigt der Reisegast eine Reise, die erst in ferner Zukunft stattfinden soll, so muss er nach jetzigem Stand Stornogebühren zahlen.

Bei einer Individualreise muss der Reisepreis erstattet werden, wenn der Anbieter die Leistung, (z. B. den Flug oder die Übernachtung) absagt. Bei gebuchten Unterkünften kommt es auf darauf an, in welchem Land sich die Unterkunft befindet. In Deutschland können Unterkünfte derzeit (solange die Gefahrenlage besteht) kostenlos gekündigt werden. Bei Unterkünften im Ausland hängt dies vom Recht des jeweiligen Landes und den AGB des Anbieters ab, da grundsätzlich das Recht des Landes zur Anwendung kommt, in dem die Unterkunft liegt.